| Zwei Havelländer sind Weltmeister der Jungzüchter geworden, David Bahnemann sogar doppelt |
|
Havelland - Das Havelland hat seit dem Wochenende zwei neue Weltmeister. David Bahnemann aus Pausin und die Ketzinerin Viktoria Herzog gewannen bei der Weltmeisterschaft der Jungzüchter im irischen Piltown die Goldmedaille im Mannschaftswettkampf der Altersgruppe 19 bis 25. Die beiden traten im Team des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt an. David Bahnemann holte auch den Einzeltitel. "Das war für uns alle eine Sensation", sagt Trainer Jörg Kotenbeutel. Der 21 Jahre alte David Bahnemann überschlug sich fast vor Freude: "Als ich den Pokal bekam, konnte ich es nicht fassen", sagt er. "Und eigentlich kann ich es immer noch nicht." Bei den Wettkämpfen der Jugendzüchter geht es nicht darum, eigene Züchtungen zu präsentieren. Die Teilnehmer des Wettkampfs messen sich unter anderen darin, anhand bestimmter Kriterien fremde Tiere zu bewerten. Die Sportpferde laufen, springen oder stehen, und die Nachwuchszüchter schauen und vergeben Noten für die Muskeln, die Bewegung und das Allgemeine Auftreten der Pferde. "Dabei müssen die Teilnehmer möglichst dich an Wertungen heranreichen, die professionelle Zuchtrichter verteilen", so Jörg Kotenbeutel. Eine theoretische Prüfung gehört auch dazu. In Piltown wurden 20 Zuchtfragen gestellt, alle auf englisch, und die Jugendlichen mussten sie auch auf englisch beantworten. Die schwierigste Aufgabe sei aber die vierte Prüfung gewesen. Dabei mussten die Jungzüchter ein Pferd präsentieren. Das ist komplizierter als es sich anhört, denn die Teilnehmer kennen die Pferde nicht, sie haben nur zehn Minuten Zeit, sich auf die Tiere einzustellen, und dann müssen sie sie so im Schritt und Trab führen, dass die Pferde optimal auf die Kampfrichter wirken. "Das ist eine hohe Kunst", sagt Jörg Kotenbeutel. Für David Bahnemann, dessen Familie seit Generationen in Pausin Pferdezucht betreibt, ging es bei dieser letzten Übung um alles oder nichts. Nach den ersten drei Prüfungen stand er im Vergleich mit den anderen Teilnehmern gut da, und das Präsentieren ist generell eine Disziplin, bei dem man viel gewinnen oder viel verlieren kann, sagt er. "Dann ist das Pferde auch noch rumgesprungen, ich hatte ganz schön zu tun", so der Jungzüchter. "Die Noten reichten trotzdem für den Sieg. Gefeiert wurde zwei Tage lang. "Und mein Vater war superstolz." Die Mannschaft des Zuchtverbandes hat damit auch ihre Leistungen von der Bundesjugendmeisterschaft vor drei Wochen bestätigt. Da wurden das Team erster im Mannschaftswettbewerb und belegte auch die ersten drei Plätze im Einzelwettkampf. (Von Oliver Fischer) Erschienen in der Märkischen Allgemeinen am 24.07.09 |


