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Bundesjungzüchterwettbewerb 2006

Die Anreise nach Mecklenburg stand in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Zwei unserer besten Starter aus Neustadt (Dosse) und somit unsere großen Hoffnungen fielen schon im Vorfeld durch Krankheit und Verletzungen aus. Der Himmel war wolkenverhangen, aber trotzdem machten wir uns als Titelverteidiger gut gelaunt auf den Weg zur Deutschen Meisterschaft nach Hirschburg. Durch den Jungzüchtertag, den Länderwettbewerb und einen Tag Workshop waren wir gut vorbereitet. Als einer der unparteiischen Richter war der Brandenburger Hauptsattelmeister Henning Müller von der Jungzüchter-Bundesversammlung ausgewählt und eingeladen worden. 

In Hirschburg angekommen, wurden wir herzlich vom Zuchtleiter, Herrn Witt, Herrn Träder und den charmanten Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle begrüßt. Alle Formalitäten wurden in netter Atmosphäre abgearbeitet. Nun ging es ans Quartier machen, also darum, möglichst gute Plätze für Luftmatratze und Co in der Reithalle zu reservieren. 

Kaum war das gastgebende Gestüt Nordvorpommern erkundet, ging es auch gleich mit der Theorie los. 25 anspruchsvolle Fragen von Dasselfliege bis Zangen waren zu beantworten. Hätten Sie gewusst, dass Sorraia eine portugiesische Pferderasse ist? - Unsere Jungzüchter schon und so konnte Sarah Meisner mit 92, Martin Strobelt mit 90 (beide jüngere Alterklasse) und Ines Rathke mit 88 von 100 Punkten schon einmal gut vorlegen. 

Bei der anschließenden Beurteilung des Freispringens, 5 Pferde waren in Springmanier, Vermögen, Qualität des Trabes und des Galopps im Freilaufen zu benoten, erwies sich David Bahnemann als Könner und konnte diese Teildisziplin mit 91,5 (von 100) Punkten klar für sich in der jüngeren Altersgruppe entscheiden. Alle anderen Brandenburger hatten hier nicht so ein gutes Auge, konnten sich aber bis auf die älteren Starter im Mittelfeld plazieren. Nach getaner Arbeit ging es zu Strandparty nach Dierhagen. Sonnenuntergang am Meer, Baden, Lagerfeuer, Livemusik waren hier die Highlights. Ein sportlicher Höhepunkt war das Bullenreiten. Hier fand der Phantombulle im Neustädter Auszubildenden Martin Strobelt seinen Meister, der nach der wahnsinnigen Stufe 10 relaxt selbst wieder absteigen musste - da staunten alle anderen, die spätestens nach stufe 8 den Abflug machten. 

Der nächste Morgen lockte mit den Disziplinen Beurteilen von drei Stuten auf der Dreiecksbahn und Vormustern eines ausgelosten Pferdes. Beim Beurteilen gab es für David, Martin und Sarah (jüngere Altersgruppe) kaum Probleme. 85, 82 und 81 von 100 Punkten bedeuteten die TOP 20. Die älteren Jungzüchter hatten eine andere Meinung als die Richter. Viktoria Herzog war hier die beste Brandenburgerin.

Beim Mustern spielte hinsichtlich der Pferdezulosung natürlich auch das Glück eine bedeutende Rolle. Bei Martin kamen letzteres und Können zusammen, so dass er in dieser Disziplin mit 89 Punkten Platz 3 holen konnte. David und Sarah hatten leider weniger Glück. Bei der älteren Gruppe - übrigens alles Damen - gelang diese Disziplin besser. Ines erreichte mit 81 Punkten routiniert Platz 2, Saskia Hablasch Platz 4.

In der Gesamteinzelwertung konnten Martin Strobelt mit 345 Punkten bei den jüngeren und Ines Rathke mit 331 Punkten bei den älteren einen hervorragenden vierten Platz erreichen. In der Gesamtmannschaftswertung erreichte unsere Mannschaft Platz 6, konnte sich also im vorderen Drittel sicher plazieren.

Krönender Abschluss war am Sonnabend die große Jungzüchterparty, die noch einmal in toller freundschaftlicher Atmosphäre den Jungzüchtergedanken - das Miteinander - hochleben ließ. Auf ein Zeichen des Veranstalters zum geplanten Jungzüchter-Hochspringen, in Turnierreiterkreisen auch als SB-Springen bekannt, warteten alle vergeblich, und so entschlossen sich die ganz Harten diese Tradition um 4 Uhr morgens aufleben zu lassen. Unumstrittener Meister wurde auch in diesem Jahr wieder Brandenburg mit Felix Ewald. Der Verband der Züchter des Mecklenburger Pferde und das Gestüt Vorpommern waren hervorragende Gastgeber. Für die Super-Organisation bedanken wir uns insbesondere bei Uwe Träder und den netten Damen der Geschäftsstelle. Wir alle freuen uns auf die Meisterschaften 2007 in Hessen, dann wahrscheinlich mit einer gemeinsamen Mannschaft Brandenburg/Anhalt in orangenen Farben (gelb x rot). 

 

Jörg Kotenbeutel 

 

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