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Bundesjungzüchterwettbewerb 2008

Bundesjungzüchterwettbewerb 2008 in Elmshorn

Kolibri-Team gibt Alles im Zentrum der europäischen Springpferdezucht

Einen Imageerfolg der besonderen Art feierte das Team des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt. Ihnen gelang der Sieg bei der Kostümrally am Freitag den 13. in der Fritz Tiedemann-Halle zu Elmshorn.

Grazil, geschmeidig und wendig stellte Saskia Hablasch die Schlange dar, bevor diese von der schnellen Indianersquaw Teresa Jürges mit Pfeil und Bogen zur Strecke gebracht wurde. Das war das Zeichen des übrigen Teams, das mit dem Landgraf des Ostens en miniature energiegeladen und springgewaltig über die Hindernisstangen tobte. Wer es bislang noch nicht wusste, der kennt nun Markenzeichen, Bedeutung und Stempelhengst der Deutschen Sportpferdezucht in Brandenburg-Anhalt und wird das wohl nie wieder vergessen. 

Der Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen ließ den guten alten Zwickauer Trabbi auferstehen und Mecklenburg-Vorpommern präsentierte die schönsten "Tütengirls", die vom wilden Elch der Trakehner ausgewickelt wurden.

150 aktive aus 14 Pferdezuchtverbänden waren aus ganz Deutschland zum 12. Bundesjungzüchterwettbewerb angereist. Die Stimmung im Holsteinischen Hengsthaltungs- und Vermarktungszentrum war ausgelassen, lagen doch am Freitag Abend hinter den Jungzüchtern schon die schwere Theorie und die Beurteilung des Freispringens. 

Beste Theoretikerinnen unserer Mannschaft waren Saskia Hablasch (8.) in der älteren Gruppe und Lisa Wachtel (13.) in der jüngeren Gruppe. Eine Herausforderung war für die Teilnehmer die Beurteilung von 5 Pferden im Freispringen, eine Teilprüfung, die erst vor wenigen Jahren aufgenommen wurde und jetzt in der Hochburg der Springpferdezucht zu absolvieren war. Hier konnte David Bahnemann aus Brandenburg-Anhalt alle Jungzüchter der älteren Gruppe hinter sich lassen und die goldene Schleife erringen. Bei den Jüngeren verdiente sich Hans-Martin Michaelis den siebten Platz.

Nach Kennenlernfete, rustikaler Übernachtung in der Reithalle, Frühstück und gemeinsamen Frühsport ging es am Samstag an die Königsdisziplinen Beurteilen von Stuten und Vormustern auf der Dreiecksbahn. Hier hatte der Gastgeber gut Bedingungen geschaffen und korrekt eingemusterte Pferde und Ponys zur Verfügung gestellt.

Scharfe Augen und hippologischen Verstand bei der Beurteilung hatten Sophie Wachtel (6., jüngere Gruppe) und Ulrike Dressel (19., ältere Gruppe).

Das Leistungsniveau beim Vormustern war unheimlich hoch, nur absolut perfekte Präsentationen konnten punkten. Ulrike Dressel (4., ältere Gruppe) und Hans-Martin Michaelis (7., jüngere Gruppe) legten hier eine fast bilderbuchreife Vorstellung hin.

Nach dem Staffellauf der Richter und Mannschaftscoaches, bei denen die anfeuernden Jungzüchter die helle Freude hatten, denn das Melken einer Gummikuh, Hufeisenweitwurf und Bobbycarrennen waren die nicht ganz ernst gemeinten Disziplinen, ging es zur großen Siegerehrung.

Diese erhielt durch die Grußworte des Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Breido Graf zu Rantzau, der die Bedeutung der Jungzüchterarbeit für alle Zuchtverbände mit den Worten: "Engagierte und erfolgreiche Jungzüchter sind die Zukunft der Zuchtverbände" hervorhob, eine gebührende Bedeutung.

Der Sieg in allen Altersgruppen und damit auch in der Gesamtwertung ging an Holstein, die in diesem Jahr auf heimischen Boden als Gastgeber ein phänomenales Ergebnis für sich verbuchen konnten. Verdientes Silber ging an die Vorjahressieger Westfalen und Bronze an Hannover. 

Bester ostdeutscher Verband wurde mit Platz 6 das Team Brandenburg-Anhalt. Die Mannschaft aus Sachsen-Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern erkämpften sich Platz 9 und 12. Bester Starter in der Gesamtwertung unserer Länder war David Bahnemann (8., ältere Gruppe) und Hans-Martin Michaelis (19., jüngere Gruppe).

Als beste Peitschenführerin konnte unsere Jungzüchtersprecherin Antje Wienecke den großen Wanderpokal nebst Peitsche aus der Hand des Vorsitzenden des Holsteiner Verbandes entgegen nehmen.

Was wäre ein Jungzüchterwettbewerb ohne zünftige Jungzüchterfete und diese Fete war hinsichtlich Stimmung und Zusammenhalt weltrekordverdächtig. Das anschließende SB-Springen der Jungzüchter (ohne Pferd) gewann ganz klar Hans-Martin Michaelis (Brandenburg -Anhalt) vor großer Konkurrenz.

International waren auch die Begegnungen am Rande. Jungzüchterpräsident Hendrik Fiegel und Vorstand Gerhard Francke konnten eine Reihe von Persönlichkeiten europäischer Pferdezuchtnationen begrüßen, die sich hier an der Quelle über die Jungzüchterarbeit informierten.

Vielleicht werden die nächsten Jungzüchterweltmeisterschaften in Irland ausgerichtet. Aber davor gibt es die Deutschen Meisterschaften 2009, für die das Rheinische Pferdestammbuch verantwortlich ist und auf die sich schon jetzt alle freuen.

Jörg Kotenbeutel 

 

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